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Hören Sie zu?

Sind Sie eigentlich noch in der Lage zuzuhören? Ich meine aufmerksam zuzuhören? Allen, die Ihnen etwas erzählen? Dass man heute keine Zeit mehr hat, das wissen wir ja. Doch würde konzentriertes Zuhören zu mehr Erfolg führen?

Einige Management-Gurus sagen, dass aufmerksames Zuhören zu den Spitzen-Fähigkeiten jeder Führungskraft gehört. Eine unverzichtbare Kernkompetenz also. Wenn das wirklich so ist, dann gibt es viel Trainingsbedarf. So ist mein Eindruck. Sicher haben Sie auch schon in Meetings gesessen, in denen Führungskräfte lieber minutenlang ohne irgendwelchen Neuigkeitswert monologisieren, als anderen aktiv zuzuhören.

Aufmerksames Zuhören ist essenziell. Vielleicht ist es der Schlüssel für erfolgreiche Kunden- und Mitarbeiter-Beziehungen. Gerade in einer komplexen, sich schnell verändernden Business- und Arbeitswelt. Zuhören hat einen strategischen Charakter. Man lernt Neues. Das führt zu besseren Entscheidungen, zu einer besseren Führung und zu besseren Ergebnissen. Zuhören erzeugt Motivation und Engagement bei Mitarbeiter*innen. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten!

Für mich immer wieder eine besondere Erfahrung: Mitarbeiter*innen zuzuhören, mit denen sonst keiner so richtig spricht – die „Unscheinbaren“. Diejenigen, die immer „übersehen“ werden. Sie haben tolle Ideen und können Substanzielles beitragen, trauen sich aber oftmals nicht und melden sich deshalb nicht zu Wort.

Zuhören kann man lernen. Vielleicht hilft ja ein verpflichtender Management-Kurs „Aktives Zuhören“. Mit Theorie- und Praxis-Phasen und einer erhellenden Reflexion. Und zum erfolgreichen Abschluss gibt es ein Zertifikat „Professioneller Zuhörer*in“. Viel Erfolg wünsche ich Ihnen!

Emotionen am Arbeitsplatz

Gefühle im Job gelten oftmals als unprofessionell. Sie sind ein offensichtliches Zeichen von Schwäche. Doch ist das wirklich so? Oder ist es vielleicht eher ein Eingeständnis, dass Führungskräfte im Umgang mit Emotionen überfordert sind?

In Führungstrainings zu Mitarbeiterinnen-Gesprächen erlebe ich diese Hilflosigkeit hautnah. Erst etwas zögerlich, doch dann kommen die drängenden Fragen: Was soll ich tun, wenn Mitarbeiterinnen im Jahres-Gespräch auf einmal anfangen zu weinen? Oder mir von gerade wirklich schwierigen persönlichen Situation erzählen? Wie soll ich als Führungskraft reagieren?

Auch die eigene Situation wird immer wieder lebhaft diskutiert. Typische Fragen: Darf ich als Führungskraft meine Emotionen zeigen? Meine Freude, meinen Stolz, meine Angst, meinen Frust und vielleicht auch meine Wut? Darf ich auch mal weinen? Wie würde das bei meinen Mitarbeiterinnen ankommen? Und wie soll ich generell mit meinen eigenen und den Emotionen von Mitarbeiterinnen umgehen? Verdrängen, ignorieren, missbilligen oder darauf einlassen?

Schon als Trainee wurde mir eindringlich vermittelt, dass es ein alarmierendes Zeichen von Schwäche ist, meine eigenen Emotionen zu zeigen und auf die Emotionen von Mitarbeiterinnen zu reagieren – egal ob positiv oder negativ. Es galt als ein unverzeihlicher Fehler! Wenn man Emotionen zeigt, dann macht man sich angreifbar und man wird zum Spielball der Mitarbeiterinnen, die das sicher ausnutzen werden. Ich war damit durchaus überfordert.

Im Führungsalltag habe ich gemerkt: Eigene Emotionen zu zeigen und auf die Emotionen anderer einzugehen, führt zu Vertrauen, schafft mehr Bindung und wird als besondere Führungsstärke wahrgenommen.

Der Arbeitsplatz ist kein emotionsfreier Raum. Deshalb benötigen Führungskräfte mehr Kompetenz im Umgang mit Emotionen. Die schlechteste aller Lösungen ist, Emotionen einfach auszublenden.

Toxisches Verhalten

Wir haben es alle schon erlebt: In einem Meeting schauen die Teilnehmenden ständig auf ihr Smartphone. Im Jahresgespräch lässt sich die Führungskraft durch eingehende Benachrichtigungen ablenken. Oder jemand reagiert im Online-Meeting nicht, weil er gerade auf dem Handy tippt und offensichtlich nicht bei der Sache ist.

Viele Führungskräfte haben Angst, etwas zu verpassen – FOMO (Fear of missing out). Sei es eine wichtige Nachricht, ein neues Ereignis oder ein erwartetes Feedback. Die Befürchtung ist, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein. Es ist ein starkes drängendes Gefühl, ständig up-to-date, erreichbar und verfügbar sein zu müssen. Oftmals verbunden mit der vermeintlichen Erwartung, schnell kommentieren, entscheiden oder sonst irgendwie reagieren zu müssen.

Doch wie wirkt dieses Verhalten auf Mitarbeiter*innen? Es signalisiert ihnen, dass sie momentan nicht wichtig sind und das ihr Anliegen aktuell irrelevant ist. Es wird als klarer Ausdruck von Respektlosigkeit, Bedeutungslosigkeit und Desinteresse empfunden. Und eine abweisende Körpersprache sagt mehr als entschuldigende Worte.

Ein Mitarbeiter erzählte in einem Online-Workshop süffisant, dass er in einem Jahresgespräch nur unsinnige Dinge geredet hat, als seine Führungskraft gerade mit dem Smartphone zugange war. Danach fragte er, ob seine Führungskraft diesen Maßnahmen zustimme. Die Antwort war: „Ja, klar, genau so machen wir das“.

Eine Reflexion zeigt, ob die neue Nachricht wirklich wichtig war und ob eine Reaktion wirklich so schnell erwartet wurde. Und vielleicht geht man mal aufs Ganze und schaltet das Smartphone mutig in den Flugmodus, wenn man in ein Meeting geht oder für Mitarbeiter*innen wichtige Gespräche führt.

Wer als Führungskraft nicht zuhören kann, der wird an Führungseffektivität und Führungsqualität verlieren …und damit an Wirkung, Wertschätzung und Glaubwürdigkeit. Deshalb: Sind vermeintliche Neuigkeiten und erwartete Likes das wirklich wert?

Moderne Führung und Diversity

Heute findet der 8. Deutsche Diversity-Tag statt und ich bin mit voller Überzeugung dabei!

Diesmal mit einem Video für die Leibniz Universität Hannover zum spannenden Thema „Moderne Führung & Diversity“: https://chancenvielfalt.uni-hannover.de

#FlaggefürVielfalt #DDT20

Unsere Führungskraft ist heute ein Total-Ausfall

Mitarbeitende nervt es, wenn sich ihre Führungskraft wie ein Fähnchen im Wind dreht. Heute wird so geredet, morgen genau andersherum. Und wenn eine klare Meinung einfordert wird, dann kommt ein Schwall von windigen Ausreden. Nein, so gewinnt man kein Vertrauen! Unsere Führungskraft ist heute ein Total-Ausfall weiterlesen