Ich habe einmal ein Führungsteam begleitet, das sich jede Woche zwei Stunden traf.
Klare Agenda.
Saubere Präsentationen.
Ausführliche Statusberichte.
Sehr professionell.
Die letzten 20 Minuten des Meetings haben wir zur Reflexion genutzt.
Eine einfache Frage stand im Raum:
„Welche Entscheidung haben wir heute eigentlich getroffen?“
Es wurde still.
Denn plötzlich wurde sichtbar, was vorher niemand ausgesprochen hatte.
Viele Informationen.
Viele Perspektiven.
Viele Diskussionen.
Aber kaum Entscheidungen.
In vielen Organisationen haben Meetings eine merkwürdige Funktion bekommen.
Sie dienen dazu, Themen zu besprechen – ohne sie wirklich zu entscheiden.
Das fühlt sich produktiv an.
Alle haben gesprochen.
Alle wurden gehört.
Alle haben beigetragen.
Und trotzdem bleibt alles offen.
Solange Entscheidungen fehlen, passiert immer das Gleiche:
Projekte laufen weiter.
Themen wandern ins nächste Meeting.
Probleme bleiben bestehen.
Ein Meeting ohne Entscheidung ist nur ein gut moderiertes Gespräch.
Oder anders gesagt:
Viele Meetings produzieren Bewegung.
Aber keine Richtung.
Meine Erkenntnis aus vielen Meetings:
Wir diskutieren hervorragend.
Aber wir entscheiden erstaunlich selten.