Vertrauen Sie mir?!

Vertrauen verliert man in Sekunden. Ein tiefes Vertrauen aufzubauen oder bei Enttäuschungen wiederherzustellen, dauert dagegen ziemlich lange. Warum gehen wir dann eigentlich mit Vertrauen so nachlässig um?

Die jährlichen Studien zum Gallup Engagement Index zeigen, dass nur ca. 15 % der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung aufweisen. Der Grad der Mitarbeiterbindung wird dabei wesentlich durch das Verhalten der Führungskräfte und durch die Unternehmenskultur beeinflusst. Das Ergebnis spricht nicht gerade für viel Vertrauen.

Passend dazu erleben wir, dass bei Kündigungen oftmals mehr Geld oder bessere Perspektiven als Wechselgründe genannt werden. Lediglich ein Vorwand? Aus Exit-Gespräche weiß man, dass vielfach mangelndes Vertrauen in den Charakter oder die Kompetenz der Führungskraft der wahre Wechselgrund ist.

Das alles ist schon ärgerlich genug. Noch schlimmer aber: Diese Mitarbeiter werden keine Markenbotschafter im umkämpften Fachkräftemarkt sein – im Gegenteil! Sie veröffentlichen ihren Ärger und ihre Kritik auf Arbeitgeber-Bewertungs-Portalen, die gerne vor einer Bewerbung gelesen werden. Und manche Unternehmen wundern sich, warum das eingeführte Mitarbeiter-Empfehlungs-Programm nicht so erfolgreich läuft wie gewünscht. Tja, wer kein Vertrauen in seine Führungskraft oder sein Unternehmen hat, der wird keine Weiterempfehlung aussprechen.

Vertrauen erwächst aus erlebter Integrität, aus der Umsetzung von Versprechen, aus passenden Fähigkeiten (z.B. Agilität) und aus nachweislich guten Ergebnissen. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, Führungskräfte mehr in der Fähigkeit Vertrauen auf- und auszubauen zu trainieren und in Unternehmen eher eine Vertrauenskultur zu etablieren. Die Ergebnisse werden positiv sein, so meine Erfahrungen: Höhere Umsätze, mehr Schnelligkeit, bessere Mitarbeiterbindung und geringere Kosten.

Also, lassen Sie uns mit mehr Vertrauen mehr Erfolge erzielen. Vertrauen Sie mir?!