Führung: Vertrauen oder Kontrolle – Was ist besser?

shutterstock_250176199 Kopie

Führungskräfte schwanken oft zwischen mehr Vertrauen oder mehr Kontrolle in der Mitarbeiterführung. Was ist eigentlich besser?

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser,“ verkündet die Führungskraft dogmatisch. Der Mitarbeiter entgegnet enttäuscht: „Würden Sie mir vertrauen, würde Sie mich nicht kontrollieren.“

Wie viel Vertrauen und Kontrolle richtig ist, hängt einerseits von der Führungskraft und andererseits von den Mitarbeitern ab.

Zu viel Vertrauen einer Führungskraft kann zu Leichtgläubigkeit, Fehlentscheidungen und persönlichen Enttäuschungen führen. Führungskräfte, die von ihren Mitarbeitern oft enttäuscht wurden, neigen daher zu mehr Kontrolle. Sie wollen unbedingt vermeiden, dass ihnen zukünftig wieder etwas aus dem Ruder läuft. Eine verhängnisvolle Spirale kommt in Gang.

So empfinden ältere Mitarbeiter eine starke Kontrolle oftmals als klares Anzeichen von Misstrauen. Das bewirkt vielfach weniger Motivation und Loyalität und veranlasst Führungskräfte zu noch mehr Kontrolle – bis hin zu einem zerstörerischen Mikro-Management.

Jüngere Mitarbeiter hingegen erwarten ein mit der Kontrolle verbundenes schnelles Feedback, um in die richtige Richtung zu laufen oder um Fehler zu vermeiden. Wenn das Feedback fehlt, sinkt das Vertrauen in die Kompetenzen und Fähigkeiten der Führungskraft.

Kontrolle ist nicht gleichzusetzen mit einem generellen Misstrauen, weil man Fehler sucht oder vermutet. Kontrolle kann auch eine Art von Wertschätzung und ein Instrument zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung sein. Nur weil es mir die Person oder das Erreichen eines gemeinsamen Ziels wirklich wert ist, kontrolliere ich. Und nur wenn eine Führungskraft zusammen mit einem Mitarbeiter kontrolliert, wie der aktuelle Stand ist, kann eine gezielte persönliche und berufliche Förderung erfolgen.

Vertrauen und Kontrolle ergänzen sich und werden unterschiedlich empfunden. Gleichwohl hat jeder Mitarbeiter ein Recht auf Vertrauen und Kontrolle. Die richtige individuelle Balance bedeutet für Mitarbeiter mehr Wertschätzung und führt zu einer besseren Motivation, einer positiven Weiterentwicklung und letztlich zu einer besseren Leistung.